SV Aichstetten e.V.
Die Macht am Bahndamm

E-Jugend : Spielbericht Qualistaffel 15, 7.ST

SV Aichstetten   FC Leutkirch
SV Aichstetten 4 : 3 FC Leutkirch
(0 : 1)
E-Jugend   ::   Qualistaffel 15   ::   7.ST   ::   29.10.2021 (17:30 Uhr)

Spielstatistik

Tore

Lennart Weinholzner, Lionel Rottmar, Dion Nreci

Torfolge

0:1 (2.min) - FC Leutkirch
1:1 (26.min) - FC Leutkirch (Eigentor)
2:1 (33.min) - Lionel Rottmar
3:1 (35.min) - Dion Nreci
3:2 (41.min) - FC Leutkirch
3:3 (44.min) - FC Leutkirch
4:3 (45.min) - Lennart Weinholzner

SVA erkämpft sich Titel

Zum letzten Aufgalopp des Jahres trafen die E-Junioren auf den FC Leutkirch. Die Tabellenkonstellation, mit dem SVA als Tabellenführer sowie den bislang punktlosen Gästen, wies unser Team auf dem Papier als klaren Favoriten aus. Soweit die Theorie - die bisherigen Ergebnisse gegen die Jungs aus der Großen Kreisstadt zeigten jedoch ein anderes Bild. Von Trainerseite wurde daher versucht, vor dem Spiel Nebensächlichkeiten wie Tabelle, Punkte und Platzierung von den Spielern fernzuhalten bzw. gar nicht zu thematisieren. Doch bereits in der Kabine war das sehr wohl Thema unter den SVA-Kids und schon eine zarte Tendenz zu erkennen, den Gegner nicht allzu ernst nehmen zu müssen.

Die Warnungen vor dieser Herangehensweise schienen nicht zu fruchten, so legten die Gastgeber zu Beginn einen etwas pomadigen Auftritt aufs Parkett. Man kam nicht richtig in die Zweikämpfe und war das eine oder andere Mal den berühmten Schritt zu spät. So auch bereits in der zweiten Spielminute, als dem FCL nach einem Foulspiel an der Strafraumgrenze ein Freistoß zugesprochen wurde. Diese erste sich bietende Möglichkeit verwandelten die Gäste an der recht löchrigen SVA-Mauer vorbei zur 1:0-Führung. Der FC Leutkirch zog sich anschließend etwas zurück und lauerte auf Konterchancen, die überwiegend durch weite Abschläge des Gästetorwarts initiiert wurden. Das Bemühen um Spielkontrolle war dem SVA in der Folgezeit nicht abzusprechen, doch tat er sich schwer, die eng gestaffelte Abwehr zu durchdringen, die sich nun teilweise aus dem kompletten Spielerbestand der Gäste zusammensetzte und einen richtigen Wall aufbaute. Nachdem man sich mit Einzelaktionen immer wieder in der vielbeinigen Defensive der Gäste festgelaufen hatte, versuchte man es vermehrt mit Distanzschüssen, die ihr Ziel leider teilweise deutlich verfehlten. Auch eine regelrechte Eckball-Serie verhalf nicht zum ersehnten Ausgleich. Pech hatte der SVA zudem Mitte der ersten Spielhälfte, als Moritz Kempe zweimal am gegnerischen Pfosten scheiterte. Bei den vorhandenen Gegenstößen der Gäste war man weiterhin etwas zu zögerlich und inkonsequent in den Zweikämpfen. Der FCL konnte so auch immer wieder Gefahr ausstrahlen und hatte kurz vor der Halbzeitpfiff nach einem Eckball sogar noch die Chance, die Führung zu erhöhen.

Nachdem in der Halbzeitpause die Mängelliste abgearbeitet wurde ging es mit neuem Elan in die zweite Spielhälfte. Für den 1:1-Ausgleich kurz nach Wiederanpfiff musste jedoch der Gegner sorgen, bei einem Klärungsversuch hatte der Gästeverteidiger zwar den Ball nicht richtig getroffen, jedoch aus SVA-Sicht ins richtige Tor. Die Aichstettner Jungs konnten nun mehr Druck aufbauen, auch das Zusammenspiel wurde deutlich verbessert. Mitte der zweiten Spielhälfte wurde so Lionel Rottmar an der Strafraumgrenze freigespielt, der den Ball rechts oben zum 2:1 in die Maschen zirkelte. Der Knoten schien nun endlich geplatzt zu sein. Wenig später konnte Dion Nreci auf 3:1 erhöhen, sein abgefälschter Schuss schlug rechts unten im Gästegehäuse ein. Im Gefühl des sicheren Sieges schalteten die SVA-Kids nun einen Gang zurück und der FC Leutkirch tauchte wieder vermehrt in der Aichstettner Hälfte auf. Gefährliche Aktionen des FCL konnte unser Goalie Raphael Mösle zunächst entschärfen, beim Anschlusstreffer zehn Minuten vor Spielende war er jedoch machtlos. Bei einem Eckball wurde der gegnerische Angreifer am kurzen Eck sträflich frei gelassen, die Gäste nutzten diese Schlafmützigkeit kaltschnäuzig aus und verkürzten auf 3:2. Der FC Leutkirch kam nun richtig ins Rollen und der SVA geriet von einer Verlegenheit in die nächste. In dieser Phase fiel folgerichtig der Ausgleich zum 3:3. Auch der dritte Treffer der Gäste fiel wieder durch eine Standardsituation, bei einem Freistoß half dem SVA auch die dieses Mal umfassende Mauerbildung nicht, um den Gegentreffer zu verhindern.

Nervenschonende Spiele scheinen nicht das Ding der SVA-E-Junioren zu sein, aber aufzugeben ist tatsächlich keine Option. Mika Graf schnappte sich nur eine Minute später das Leder, tankte sich über den linken Flügel durch und zog nach innen in den Strafraum. Dort wurde er derart humorlos von der Leutkircher Verteidigung umgeschubst, dass dem Schiedsrichter nichts anderes übrigblieb, als auf den Punkt zu zeigen. Nach kurzer Schulung des Unparteiischen, wie eine Vermessung der Neunmeter durchzuführen ist, konnte es weitergehen. Wie bereits im Spiel gegen Arnach trat Lennart Weinholzner so selbstbewusst wie selbstverständlich zum Strafstoß an und schweißte das Ding ins rechte, obere Eck zur erneuten, vielumjubelten Führung. Die verbleibenden fünf Minuten Spielzeit versprachen Spannung bis zum Schluss. Die Leutkircher warfen nochmal alles in die Waagschale, was gegen Ende auch in dem einen oder anderen Foulspiel mündete. Aber der SVA ließ sich nicht mehr die Butter vom Brot nehmen, konnte die Leutkircher weitestgehend vom eigenen Gehäuse fernhalten und den Vorsprung über die Zeit retten. Mit Einsetzen der Dämmerung pfiff der Referee dann endlich ab und die Emotionen der Kids entluden sich in grenzenlosem Jubel.

Mit dem FC Leutkirch hatte man auch im letzten Spiel der Qualistaffel 15 einen guten, schwer bespielbaren Gegner, der den SVA-Junioren alles abverlangt hat. Mit nun 5 Siegen und nur einer Niederlage konnte der SVA damit das Meisterschaftsrennen knapp vor dem SV Arnach für sich entscheiden. In einer sehr ausgeglichenen Liga musste man gegen jeden Gegner alles geben, doch die schwierigen Aufgaben hat der komplette E-Junioren-Kader mit Bravour gemeistert. Das eine oder andere Mal hatte man sicher auch das Glück des Tüchtigen, aber am Ende steht man natürlich verdient auf dem Platz an der Sonne. Herzlichen Glückwunsch an die Kids, ihr könnt stolz auf euch sein!


Quelle: Thomas Kempe